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Die Geschichte der Stadt Nykøbing Falster

Nykøbing Falster im Mittelalter
Nykøbing wurde im Mittelalter bei der Mündung des Flusses Tingsted in den Grønsund angelegt. Viele Jahrhunderte lang war das eindrucksvollste Bauwerk der Stadt das Schloss von Nykøbing, das anfangs als befestigte Burg erbaut, danach als Sitz der Königinwitwe benutzt und später, Ende des 16. Jahrhunderts, zu einem Renaissanceschloss als Sitz der Königinwitwe Sophie umgebaut worden war.

Da es dem Land an Geld mangelte und die Königinwitwen ihren Sitz nach Kopenhagen verlegt hatten, wurde das Schloss von Nykøbing im Jahr 1767 im Hinblick auf seinen Abriss versteigert, nachdem ein Jahr zuvor bereits das königliche Gut von Falster verkauft worden war. Heute liegt nördlich des Hafens der Gebäudekomplex „Slotsbryggen“, der gleichzeitig mit der Freilegung des Flusses Tingsted im Jahr 2004 entstanden ist.

Das Gebiet südlich des Flusses Tingsted
Wegen seiner Lage abseits des Schlosses wurde das Gebiet südlich der Mündung des Tingsted in den Guldborgsund nie ernstlich in die Hafenanlagen – weder Verkehrshafen noch Industriehafen – einbezogen. Nach dem Abriss des Schlosses verwandelte sich das Gebiet allmählich in eine Wiesenlandschaft, und erst im Lauf des 20. Jahrhunderts nach der Auffüllung der Bucht „Ejegodbugten“ wurde es nach und nach in die Aktivitäten der Stadt und des Hafens einbezogen.

Südlich des Flusses Tingsted wurde 1934 anlässlich der letzten großen Hafenerweiterung nach Norden der Platz „Codans Plads“ angelegt. Hierbei wurden der Segelklub und der Ruderklub in das aufgefüllte Gebiet beim ehemaligen Schloss verlegt.

Hafenprofil
Das Hafenprofil von Nykøbing Falster wird im Süden von der Zuckerfabrik dominiert, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ein wesentlicher Bestandteil des Hafengebietes ist. Bis zum Jahr 1958 wurden Zuckerrüben auf Kähnen zur Fabrik transportiert.
Zuckerrübenfelder lagen überall auf beiden Seiten des Guldborgsund, z.B. bei Pandebjerg nördlich der Stadt und auf der gegenüberliegenden Seite auf Lolland bei Skejten in der Nähe des Gutes Fuglsang. Auch heute noch werden Teile des nördlicher gelegenen Verkehrshafens für die Arbeit der Zuckerfabrik genutzt.

Vom Hafen zu den Straßen der Stadt
Der Verlauf der Straßen Vestergade, Toldbodgade und Strandgade fällt mit dem ursprünglichen mittelalterlichen Uferverlauf zusammen. Die Straßen liegen genau dort, wo sich in der Renaissance die Uferbefestigung befunden hatte, die teilweise noch unter dem Straßenbelag von Vestergade-Toldbodgade zu finden ist. Das heißt, dass hier in der Renaissance die Grenze zwischen Hafengebiet und Guldborgsund verlief.

Im Mittelalter lagen die Höfe der Kaufleute zwischen den Umschlagplätzen des Hafens und der mittelalterlichen Hauptstraße, die vom Schloss im Norden durch die Straße Slotsgade und über den Markt bis zur Straße Langgade im Süden führte.
Beim Markt an der Ecke Langgade/Færgestræde liegt der alte Gasthof ”Czarens Hus” (Haus des Zaren), der unter Denkmalschutz steht. An der Stelle des jetzigen Gebäudekomplexes standen früher andere Häuser, das erste bereits im 13. Jahrhundert.